Available Light
Aus dem Seminar von Markus Hohnstein:
Available light = vorhandenes Licht / Restlicht
Fotoaufnahmen werden nur mit dem vor Ort gegebenem Licht gemacht. Es erfolgt kein Einsatz von Blitz- oder Fotoleuchten.
Im Gegensatz zu Nachtaufnahmen wird auf Stative verzichtet, stattdessen wird mit hochempfindlichem Filmmaterial und lichtstarken Objektiven gearbeitet.
Die Entscheidung, Available Light zu fotografieren, liegt zum einen im
künstlerisch, ästhetischem Darstellen, oder
dem Umstand, keine weitere Lichtquelle am Aufnahmeort zu erzwingen, da zusätzliche Beleuchtung sich störend auf das Motiv auswirkt.
Das Ziel, was man mit dieser Technik erreichen möchte, ist die authentische Wiedergabe der Lichtstimmung.
Mit welchen Schwierigkeiten ist zu rechnen:
insgesamt zu wenig vorhandenes Licht
zu hoher Kontrastumfang des Objektes
Lichtquellen mit unterschiedlicher Farbtemperatur (Mischlicht)
Die Grundvoraussetzungen der Available light Fotografie:
das Beherrschen der Kamera, das Wissen, mit welchem Objektiv erziele ich noch gute Ergebnisse bei längeren Belichtungszeiten als 1/60 sec
Kein Einsatz von Blitzautomatiken der Kamera, lange Belichtungszeiten und geringe Schärfentiefe bedeuten nicht gleich schlechte Bildergebnisse.
Wie verhält sich das Belichtungssystem meiner Kamera unter solchen Bedingungen. neigt es zum Unterbelichten muss man wissen ob es ausreichend ist mit +1 EV (Blendenstufe) oder mehr zu korrigieren.
Welche Objektive sind sinnvoll?
Brennweiten von 28 – 35 mm Brennweite erweisen sich als besonders empfehlenswert, da kurze Brennweiten längere Belichtungszeiten als 1/30 sec in der freien Hand zulassen und außerdem die Nähe zum Objekt zu suchen ist.
Zoomobjektive sind wegen ihrer Größe und geringeren Lichtstärke weniger geeignet.
Hochwertige Festbrennweiten bieten bereits bei offener Blende oder dem Abblenden um einen Wert gute Ergebnisse.
Das Filmaterial sollte wenigsten aus Filmen mit ISO 400 bestehen.
Der richtige Film sollte vor Ort ausgewählt werden
Gut ist der bedient, der zwei Kamergehäuse besitzt und diese mit unterschiedlichem Filmaterial bestücken kann.
Einen Puffer kann sich auch derjenige verschaffen, indem die Filme höherempfindlich belichtet werden als auf der Filmdose angegeben (Pusheffekt), dabei muss dem Labor, welches das Material entwickelt mitgeteilt werden, auf wie viel ISO der Film gepusht wurde.
Aufnahmen mit gepushten bzw. hochempfindlichen Filmen sind körniger. Dieses Filmkorn kann auch gut als Stilisierungsmittel zum Einsatz kommen.
Wie belichte ich richtig?
Weder die Integral- noch Spotmessung auf die Lichter oder Schatten des Objektes kann ohne Korrektur übernommen werden, da die extremen Lichtsituationen das Meßsystem täuschen, daher ist eine Spotmessung auf einen mittleren Helligkeitsbereich die beste Alternative.
Also: Versuch macht kluch!
Viel Spaß beim Ausprobieren.
Letzte Anmerkung: Wer Digital fotografiert ist eh im Vorteil ;o)
Markus Hohnstein
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